Kunst und Kultur im Hafen Bregenz
Bereits vor einiger Zeit wurde der Vorarlberger Doyen der Bildhauer, Prof. Herbert Albrecht, mit dem Entwurf einer Skulptur am Beginn des Molos betraut. Geplant ist eine Bronzeplastik, die in ihrer Gestaltung auf diesen besonderen Platz eingeht. Albrecht, der zu den großen österreichischen Bildhauern der Gegenwart gehört, hat für seine Skulptur eine Anleihe aus der Geschichte der Stadt Bregenz genommen. Derzeit wird ein Modell für die etwa drei Meter hohe Bronzeskulptur, für die das Fundament am Hafen bereits errichtet wurde, in seinem Wolfurter Atelier vorbereitet. Die endgültigen Arbeiten mit Erstellung des definitiven Modells erfolgen schließlich in der Gießerei. Nach dem Aufstellen der Skulptur wird der besondere Reiz auch die Verbindung der zwei großen Plätze am See durch die Kunst sein: Der Festspielhausplatz mit der „Ready Maid“ von Gottfried Bechtold und – über die Seepromenade schon früh erkennbar – die Bronzeskulptur von Herbert Albrecht.
Ende September wurde auch der Wettbewerb „Kunst im öffentlichen Raum – Standort: Hafen Bregenz“ ausgeschrieben. Dabei handelt es sich um eine Einladung an zwölf Vorarlberger Künstlerinnen und Künstler, die gebeten wurden, sich über eine mögliche künstlerische Ausgestaltung des neuen Hafens Gedanken zu machen. Die Geladenen sind: Alexandra Berlinger/Wolfgang Fiel (gemeinsam), Lisi Breuss, Ruth Schnell, Gerry Ammann, Walter Kölbl, Willi Kopf, Helmut Lampert, Christoph Lissy, Kurt Matt, Herbert Meusburger, Karl- Heinz Ströhle und Fridolin Welte. Der Wettbewerb ist so ausgeschrieben, dass den Künstlerinnen und Künstlern möglichst viel Freiraum gegeben wird, sowohl in den Themen als auch im Raum, der bespielt werden kann.
Letztlich steht der ganze Bereich des Bregenzer Hafens zur Verfügung. Möglichst offen soll im Wettbewerb auch die künstlerische Form gehalten werden, es soll also weitgehend frei gestellt sein, ob ein Objekt, eine Installation, ein permanentes oder eventuell auch temporäres Kunstwerk errichtet werden soll. Wichtig ist dem Auftraggeber, dass eine möglichst intensive Kontaktnahme zwischen Kunstwerk und Bevölkerung erfolgen kann. Die Entwürfe sollen bis Mitte Dezember fertig sein, Mitte Jänner wird dann eine internationale Jury (Dr. Silvia Eiblmayr, Kuratorin des Österreich- Pavillons bei der Biennale Venedig, Wien; Prof. Ruedi Baur, Designer und Planer, Zürich- Berlin- Paris; Dr. Friedemann Malsch, Direktor des Museums Liechtenstein) mit Vertretern des Bauherrn, den Architekten und der Stadt Bregenz über die Einreichungen entscheiden. Mit Beginn des kommenden Jahres werden jene zwei Künstlerinnen oder Künstler, deren Projekte von der Jury zur Ausführung empfohlen wurden, ihre Arbeiten fertigen.